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Projekt zur Fort- und Weiterbildung im frühen Fremdsprachenlernen für Lehrerinnen und Lehrer der Primarstufe (PFIFF)

Ein Beitrag zum Konzept des frühen Fremdsprachenlernens in den rheinland-pfälzischen Grundschulen von

Vera Reiß, Staatssekretärin im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur

Projektstrukturen

Im Schuljahr 2004/2005 wurde in Rheinland-Pfalz die Integrierte Fremdsprachenarbeit (IFA) in allen Grundschulen ab Klassenstufe 1 auf der Basis des neuen Teilrahmenplans „Fremdsprache“ verpflichtend eingeführt. Zeitgleich wurde das vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur entwickelte Konzept PFIFF zur Nachqualifizierung von Lehrerinnen und Lehren für den Fremdsprachenunterricht in der Primarstufe eingerichtet.
Die mit PFIFF verbundenen Erwartungen sind mit allen Bereichen des Teilrahmenplans „Fremdsprache“ kompatibel. 
PFIFF zielt darauf ab, Lehrkräfte zu befähigen, die im Teilrahmenplan eingeforderten Qualitätsindikatoren in ihrer praktizierten Fremdsprachenarbeit auch einlösen zu können. Dazu zählen der Aufbau und das Vermitteln grundlegender Kompetenzen und Kenntnisse in den nachfolgend bezeichneten Bereichen: Kultur des englischen bzw. französischen Sprachraums, zielsprachliche Lexik, Phonetik und Syntax. Die im Teilrahmenplan abgebildeten didaktisch-methodischen Leitvorstellungen für Integriertes Sprachenlernen, wie das spiralförmig angelegte, authentische, interkulturelle, kommunikative und exemplarische Lernen, bestimmen die Inhaltsstrukturen der einzelnen PFIFF-Module.
Explizit ist in PFIFF Sprachtraining in Englisch bzw. Französisch integriert. Dieses Training entwickelt die Sprachkompetenzen, die seitens der Lehrkräfte für ein erfolgreiches IFA-Unterrichtshandeln vorausgesetzt werden. Die betonte Ausrichtung von PFIFF auf die Verwendung unterschiedlicher Medien zur Unterstützung des Fremdsprachenlernens folgt den Erkenntnissen kindlicher Sprachlernentwicklung und den Anforderungen einer sprachhandelnden, kindgemäßen Unterrichtsgestaltung. Das Projekt wirkt im Kontext mit dem Teilrahmenplan Fremdsprache auf alle Bereiche des frühen Fremdsprachenlernens innovativ. Es ist so angelegt, dass sich innerhalb der einzelnen Arbeitsgemeinschaften Innovation und Kreativität beim Um-setzen des Teilrahmenplans entfalten können und direkt in das Unterrichtshandeln einwirken.

In der Homepage der Grundschule http://www.grundschule.bildung-rp.de/ sind im Bereich des Fremdsprachenlernens Beispiele guten IFA-Unterrichts, auch als Ertrag aus PFIFF, dokumentiert. Dort findet sich auch die Projektbeschreibung im Einzelnen.

PFIFF realisiert sich in regionalen Arbeitsgemeinschaften in der Dauer von jeweils  12 Monaten. Die organisatorische Umsetzung des Projekts erfolgt durch das Institut für schulische Fortbildung und schulpsychologische Beratung des Landes Rhein-land-Pfalz. Diese Arbeitsgemeinschaften sind in Staffeln organisatorisch erfasst. Die einzelnen Staffeln schließen im Wechsel jeweils 15 bzw. 12 Arbeitsgemeinschaften ein. Die einzelnen Arbeitsgemeinschaften beginnen jeweils zeitversetzt im Halbjahresrhythmus. Die PFIFF-Staffeln I – VII sind zwischenzeitlich abgeschlossen. Staffel VIII steht in der Durchführungsphase, Staffel IX ist in Planung und beginnt Anfang 2009.  Bislang haben sich ca. 1 350 Lehrkräfte durch  PFIFF nachqualifiziert und mit einer abschließenden Prüfung die IFA-Unterrichtserlaubnis erworben.

Projektumsetzung

PFIFF richtet sich an alle Lehrkräfte der Primarstufe in Rheinland-Pfalz,  sofern sie sich nicht durch ihr Studium oder durch andere in den Vorläuferprojekten angebotenen  Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für den Fremdsprachenunterricht qualifiziert haben. Das Projekt ist auf der Basis des Integrativen Fremdsprachenunterrichts konzipiert und stellt deshalb diese Art des Fremdsprachenlernens und die kindlichen Sprachlernfähigkeiten in das Zentrum aller Aktivitäten. Die aktuelle Projektfassung bildet die 3. Überarbeitung ab. Sie ist das Ergebnis der auf Qualitätsentwicklung gerichteten Projektbegleitung durch das Ministerium für Bildung, Wis-senschaft, Jugend und Kultur. Gegenüber der PFIFF-Erstfassung und der nachfol-genden Überarbeitung ist das Sprachtraining in der aktuellen Fassung deutlich er-weitert worden. Das kommt den Rückmeldungen aus dem Teilnehmerkreis entgegen. 
Die PFIFF-Arbeitsgemeinschaften werden von Lehrkräften geleitet, die über sehr hohe individuelle Sprachkompetenzen in Englisch bzw. Französisch und über ausgeprägt gute grundschulrelevante Handlungskompetenzen verfügen. Für ihre Leitungsauf-gaben in der Projektumsetzung werden sie geschult und mit Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen kontinuierlich begleitet. Mit dem Sprachtraining sind vorwiegend Muttersprachler/innen als Sprachtrainer/innen  beauftragt.
Das Sprachtraining basiert auf den „Handreichungen für das Sprachtraining“, die speziell dafür entwickelt wurden. 


Qualitäts- und Unterrichtsentwicklung

Mit PFIFF verbindet sich die Erwartung, dass im Ergebnis die Qualitätsentwicklung in der Integrierten Fremdsprachenarbeit entscheidend beeinflusst wird. Da PFIFF ausdrücklich das Unterrichtshandeln unter den Prämissen des Teilrahmenplans thematisiert, ist davon auszugehen, dass die durch das Projekt erworbenen Qualifikationen zur Qualitätsentwicklung in diesem Lernbereich beitragen.  PFIFF ist deshalb ein zentral wichtiges Umsetzungsinstrument für den Teilrahmenplan „Fremdsprache.“ Die im Teilrahmenplan eingeforderte Methodenvielfalt, insbesondere auch das selbstgesteuerte Lernen und der Umgang mit dem Sprachenportfolio, sind im Pro-jekt integrierte Qualitätsindikatoren für ein integrierendes Sprachenlernen.  

Zwei förmlich durchgeführte Evaluationen belegen, dass PFIFF seine Zielstellungen erreicht und ausgeprägte Zustimmung findet. Gestützt wird diese Einschätzung  auch durch die nachgewiesenen Prüfungsleistungen, die zum Erwerb der IFA-Unterrichtserlaubnis führen. Aus der Summe vorliegender Erfahrungen lässt sich schließen,  dass PFIFF von Anfang an zur erfolgreichen Implementierung und Wei-terentwicklung des frühen Fremdsprachenlernens in der Primarstufe maßgeblich beiträgt.

PFIFF ist in Konzeption, Organisation und Inhaltsstrukturen im rheinland-pfälzischen Fort- und Weiterbildungsspektrum zwischenzeitlich fest etabliert.
In der Nachfolge von PFIFF entstanden und entstehen regionale, unterrichtsbegleitende IFA-Arbeitsgemeinschaften für Grundschullehrkräfte. Die Teilnahme an diesen Arbeitsgemeinschaften erfolgt auf freiwilliger Basis. Diese Arbeitsgemeinschaften werden von sprachkompetenten Lehrkräften geleitet. U. a. engagieren sich dabei auch französische Lehrkräfte, die im Zusammenhang mit dem Deutsch-Französischen Grundschullehreraustausch in Rheinland-Pfalz unterrichten. Aktuell sind zehn regionale IFA-Arbeitsgemeinschaften existent, weitere sind in Planung.
Über PFIFF wurde auch das Interesse von Grundschullehrkräften an Sprachseminaren in England und Frankreich deutlich gesteigert.      

Wegen der anhaltend starken Nachfrage zur Teilnahme an PFIFF und im Hinblick auf Bedarfslagen an Grundschulen zu deren Weiterentwicklung der Integrierten Fremdsprachenarbeit, bleibt PFIFF auch künftig eine wichtige Säule innerhalb des frühen Fremdsprachenlernens an den rheinland-pfälzischen Grundschulen.

September 2008 

Diesen Bereich betreut E-Mail an Karen Finck, MBWWK. Letzte Änderung dieser Seite am  5. Oktober 2008. ©1996-2012 Bildungsserver Rheinland-Pfalz